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Nie wieder Krieg – Kulturabend  am 3.6. 2014

„Nie wieder Krieg ! Warum gibt es Krieg ?

Zur Auseinandersetzung mit dem Thema Krieg, 100 Jahre nach dem Beginn des 1. Weltkrieges hatten das Russisch-Deutsche Kulturzentrum LITERA aus Siegen und der Atatürkverein Siegerland e.V. am vergangenen Dienstag in die städtische Galerie Haus Seel in der Siegener Oberstadt eingeladen.
Nie wieder Krieg – natürlich nicht ! Diese Botschaft trugen die russischen, türkischen und deutschen Lieder des Abends mit sich. Sie wurden vorgetragen von Michael Sacharow, dem Chor des Jugendtreff Westhang unter der Leitung von Hüseyin Yildiz und dem Chor „Vorwärts“.  Diese Botschaft steckte aber auch in dem Grußwort des stellvertretenden Siegener Bürgermeisters Jens Kamieth. Er betonte die Notwendigkeit, sich immer wieder neu um Frieden zu bemühen und wachsam zu sein.
Eine Bilderpräsentation von Klaus Paull über Kriegsehrenmale in Siegen wurde immer beklemmender, je länger sie dauerte. In jedem Ortsteil gab es junge Männer, die der Krieg zerfetzte. Leben hätten sie gewollt – mit ihrem Tod zu „Helden“ werden sicher nicht.
Die beiden jungen Moderatoren Selin Akin und Andrej Fries führten sehr sicher und mit großem Geschick durch ein Programm, das den Aufruf „Nie wieder Krieg“ abwechslungsreich und gleichzeitig sehr eindringlich ertönen ließ.
„Meinst Du die Russen wollen Krieg ?“ fragte Svetlana Weber mit einem Gedicht von Jewgeni Jewtuschenko aus der Zeit des Kalten Krieges so emotional, dass ein paar Augen feucht wurden und die Antwort im Raum hing. Natürlich nicht !

Warum gibt es dann doch immer wieder Krieg ? Ulrich Schloos, Mitglied des Vereins LITERA berichtete von dem Briefwechsel zwischen Albert Einstein und Sigmund Freud, dem Begründer der Psychoanalyse. Albert Einstein hatte 1932 Sigmund Freud um Antwort gebeten auf seine Frage „Warum Krieg?“. 
Die Antwort auf diese Frage blieb offen – zu unerklärlich ist die Bereitschaft der Menschen zu wildem Töten und blindem Selbstopfer. „Alles, was die Kulturentwicklung fördert, arbeitet auch gegen den Krieg“  war aber Sigmund Freuds Hoffnung.

Worte von Michail Gorbatschow aus dem Buch über sein Leben (2013) unterstützen Freuds Hoffnung: „Journalisten haben mich oft mit der Frage gelöchert: `Wer hat Sie am stärksten beeinflusst ?´ Einmal habe ich spontan gesagt: `Die russische Literatur´. Heute bin ich davon überzeugt, dass das stimmt.“
Deutsche, türkische und russische Gedichte gegen den Krieg haben am Dienstag ihren Beitrag geleistet für eine gemeinsame Kultur des Friedens. Der Veranstaltungsraum im Haus Seel war bis zum letzten Platz besetzt.

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